Oll, oller, am ollsten.

Schreibwarenladen, Eingangsbereich großer Supermarkt. Männlich, geschätzte 70 Jahre alt, steuert mich an. Wirklich ziemlich nah am Original, als fast ein Zitat:

Kunde: (lautstark) Tach. Hammse meine Olle gesehn?

Ich: HÖ?

Kunde: So groß ungefähr…

(zeigt mit der Hand knapp ´n Meter achzich, vor 80 Jahren wäre das auch als Gruß durchgangen – die Gattin ist also fast einen Kopf größer als Ekel Alfred himself)

Ich: Was ist so groß?

Kunde: Meine Olle!

Ich: Woher weiß ich, wer ihre Olle ist?

Kunde: (wird lauter, kreischt fast) Die lungert doch sonst auch den ganzen Tag hier rum und schmeisst meine Rente ausm Fenster! Sonne dicke is das!

Die restliche Kundschaft gerät in Feierlaune, schaut interessiert rüber und fängt an zu grinsen. Ich beschließe, einen blanken Haken auszuwerfen…

Ich: Seinse ma froh, dasse noch Rente bekommen – ich werd keine mehr abfassen…

Kunde: SIE müssen ja auch erstmal arbeiten, damit sie ihre Rente überhaupt verdienen!

Ich: Na da müssen SIE ja viel gearbeitet haben, wenn sie soviel Rente bekommen, dass ihre Frau so dick werden konnte…

Kunde: (nickt stolz und will anfangen von den goldenen Zeiten zu labern)

Ich: …aber wenn sie ihrer Ollen hinterherrennen, haben SIE aber wohl früher zuviel gearbeitet und auch heute nicht gut aufgepasst. Die is bestimmt wieder mit ihrem Nachbarn unterwegs!

Kunde: WATT?

Ich: Anders: Wenn Sie ihrer Frau hinterherrennen und schon mich faules Doofi befragen, wo ihre Olsch ist, haben Sie alles falsch gemacht! Richtig wäre: Sie rennt ihnen hinterher! Noch besser: Sie laufen Hand in Hand.

Kunde: Wernsemanich ausverschämt!

Ich: Warum nicht? Sie respektlos, ich ausverschämt, ideales Team!

Das Männchen trabt meckernd ab und fand dann in der Tat seine „Olle“. Sie saß gegenüber beim Bäcker. Knappe fünf Meter. Und hat sich über den Auftritt ihres Mannes scheckig gelacht.

Wennse nicht selbst dran schuld wären, würdense mir echt leid tun, die Ollen.

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